Route 4: Jemens Westen
Diese Rundreise erkundet drei Landstriche im Westen des Landes, die von
Norden nach Süden verlaufen: Im Binnenland die fruchtbare
Mittelgebirgslandschaft mit gemäßigtem Klima, die sich südlich von
Sana’a bis nach Taiz erstreckt, dann westlich daran angrenzend der 50
km breite Streifen der heiß-feuchten Tihama, das Afrika Jemens, und
schließlich die Küste am Roten Meer mit wunderbaren einsamen Stränden,
Bade- und Tauchmöglichkeiten.
Die Route bietet zwar auch
kulturhistorische Kostbarkeiten wie die Bergstädte im Norden
(Shibam/Kaukaban, Thula, Mahwit und Al-Tawilah) sowie in der Tihama
(Zabid) und in den beiden Großstädten Sana’a und Taiz, doch liegt der
Schwerpunkt der 12 Reisetage auf der Begegnung mit der Landschaft und
der Natur, auf Wanderungen, Baden, Schwimmen und auf Wunsch auch auf
Tauchen.
1. Tag | Ankunft Sana'a
Spaziergang in der Altstadt, Flanieren im Suq. Übernachtung im Altstadthotel.
2. Tag | Sana’a – Kaukaban – Shibam – Thula – Kaukaban
Wie fahren nordwestlich von Sana’a in die Berge und besichtigen die
drei alten Bergstädte Thula und Shibam/Kaukaban, alle drei
himyaritischen Ursprungs aus dem 7.und 8. Jahrhundert. Kaukaban liegt
auf einem Felsgrat hoch über Shibam und bietet einen weiten Ausblick
auf die fruchtbare Landschaft und hinunter auf die Schwesterstadt
Shibam.
Thula ist eine hoch gelegene Festungsstadt, die sich an eine
wilde Felsformation (Reste von himarytischen Festungsanlagen) anlehnt,
und Felsen ragen auch aus den Gassen der Altstadt und zwischen den
insgesamt 25 Moscheen, unter denen zwei zu den ältesten des Landes
zählen. Eindrucksvolle Häuserfronten – viele davon gehören zu
ursprünglich jüdischen Häusern - und abenteuerliche Wegführungen, gut
erhaltene Stadttore und eine soeben aufwendig restaurierte Zisterne
liegen an unserm Weg durch die steilen Gassen, die uns in einen gut
bestückten Kunsthandwerkersuq um den Hauptplatz führen. Von Thula
fahren wir zurück nach Kaukaban, wo wir in einem zum Funduq adaptierten
alten Palast übernachten.
3. Tag | Kaukaban - At Tawilah – Mahwit – Wadi Surdud
Wir beginnen den Tag mit dem Abstieg von Kaukaban über den steilen, gut
ausgebauten Weg hinunter nach Shibam, das eine der ältesten Moscheen
und ein Stadttor mit sabäischen Spolien besitzt. Von Shibam aus nehmen
wir die Bergstrasse, die südlich des Wadi Surdud durch das
Haraz-Gebirge führt. Die Strasse ist gut ausgebaut und führt durch
fruchtbare terrassierte Landschaften in über 2000 Meter Höhe. Wir
gelangen in die Kleinstadt Al-Tawilah, 2600 Meter hoch, die an und vor
ein bizarres braunes Felsmassiv gebaut ist, gekrönt von einer Festung
aus osmanischer Zeit.
Die Stadt hat einen schönen kleinen Suq unter
Bogengängen. In den Felsen finden sich Spuren von Höhlen, die auf frühe
Besiedlung schließen lassen. Von Al-Tawilah fahren wir eine kurze
Strecke nach Mahwit. In der Nähe des Ortes wurden in Höhlen
prähistorische Mumien entdeckt. Die Altstadt ist ähnlich wie Al-Tawilah
an einen Felsen gebaut und lädt zu einem Spaziergang durch steile
Gassen über Treppen und durch Laubengänge ein.
Von Mahwit brechen wir
zu einer Wanderung ins Wadi Surdud auf, ein relativ dicht besiedeltes,
fruchtbares und kultiviertes Tal. Es ist eines der längsten Täler des
Jemen und führt aus der Gegend von Manakha ins Rote Meer. Wir treffen
auf Bauern am Brunnen, kleine Dörfer, fruchtbare Obst und
Getreideplantagen, Esel, und viele Kinder. An den Hängen findet man
rosa blühende Flaschenbäume. Zeltübernachtung im Wadi Surdud.
4. Tag | Mahwit - Al-Hudaydah – Al-Salif – Insel Kameran
Wir brechen morgens auf, fahren von Mahwit westwärts und gelangen nach
einer längeren Bergstrecke hinunter in die Tihama, jene Ebene zwischen
Gebirge und Küste, die einen unvergleichlichen Landschaftstyp
darstellt. Das Klima hier ist ganzjährig feucht-heiß und die Temperatur
kann in den Sommermonaten über 40 Grad steigen. Die Küstenebene ist
nicht nur klimatisch sondern auch im Baustil (Rundhütten) eher
afrikanisch.
Hier am Roten Meer verläuft ja auch die Grenze zwischen
den beiden Kontinenten. Vor Hudaydah biegen wir nordwärts ab, fahren
durch eine einsame Küsten- und Lagunenlandschaft mit Stechpalmenbewuchs
in Sanddünen. Unser Endpunkt ist Al-Salif, wo wir das Auto verlassen
und mit unserem Gepäck in 45 Minuten mit dem Boot zur Insel Kameran
übersetzen. Wir übernachten zweimal in einer Rundhütte im Feriendorf am
Strand der Insel Kameran. (Für die zwei Tage in Kameran ist
einschließlich der Überfahrten, eines Bootsausflugs in die
Mangrovenwälder und Vollpension mit exquisiter Küche ein Aufpreis von
150 Euro pro Person erforderlich.)
5. Tag | Insel Kameran
Die Insel Kameran bietet reizvolle und befremdliche Aspekte, die wir
mit einem Bootsausflug und mit einer Inselfahrt erkunden. Die etwa
2stündige Bootsfahrt führt in eine flache Lagunenlandschaft, die dicht
mit Mangroven bewachsen ist, in deren Kronen exotische Vögel nisten.
Ein Bad im ruhigen, seidigen Wasser der Lagune erfrischt und lässt uns
die eigenartige Zone zwischen Wasser und Land körperlich erfühlen.
Mit
dem Pickup erkunden wir die Insel auf einsamen Pisten, fahren durch
ärmliche Dörfer, vorbei an schönen Moscheen zur Inselhauptstadt
Kameran, in der wir die Reste eines osmanischen Forts mit Geheimgang
zur Stadt besichtigen. Reizvoll sind auch die Fischerdörfer und die
Suqs, in denen die exotischen Fische des Roten Meeres angeboten werden.
6. Tag | Insel Kameran - Al-Hudaydah
Nach einem letzten morgendlichen Bad brechen wir auf, setzen wieder mit
dem Boot nach Al-Salif über und fahren durch die karge
Stechpalmenvegetation schnurgerade der Küste entlang südwärts nach
Al-Hudaydah, der zweitgrößten, am Roten Meer gelegenen Stadt des Jemen.
Wie in vielen anderen Städten gab es auch dort wegen des starken
Bevölkerungswachstums und der Landflucht in den letzten Jahren einen
Bauboom.
Ein schöner alter Palast ist zu besichtigen, und um uns
schwirren im lebhaften Verkehr die Zweiradtaxis, Mopeds, bei denen der
Fahrgast auf dem Rücksitz Platz nimmt. Wir fahren zum Hafen, wo die
bunten, im Roten Meer kreuzenden Daus vor Anker liegen und die Fischer
im Fischsuq ihren Fang anbieten, darunter alle Arten von Haien, die
meisten ohne Flossen, denn diese werden sofort abgeschnitten,
tiefgefroren und nach Fernost verfrachtet. Wir übernachten in der betriebsamen und lauten Stadt, die wie keine
andere jemenitische multiethnisch und multikulturell anmutet.
7. Tag | Al-Hudaydah – Al-Mokha – Taiz
Wir fahren morgens auf der etwa 10 km landeinwärts gelegenen Strasse
nach Süden und gelangen über Beit Al-Faqih und Zabid – dort besuchen
wir das Gelände einer der ältesten und bedeutendsten Universitäten
Arabiens sowie sehr alte Moscheen - nach Al-Mokha. Von dem früheren
Kaffeehafen leitet sich die Bezeichnung Mokka her.
Der Besuch der Stadt
stimmt wehmütig, denn die einstige Pracht der Handelshäuser ist nur
noch aus Ruinen und Halbruinen zu erahnen. Die Stadt ist schon fast
gänzlich im Sand versunken, nur ein paar Fischer arbeiten noch hier.
Einsam steht die gut erhaltene Moschee etwas abseits im Sand. Wir
fahren ein Stück zurück und nehmen dann die Straße ostwärts in die
Berge nach Taiz, wo wir übernachten.
8. Tag | Taiz
In Taiz Besichtigung der Al-Ashrafiah-Moschee mit Waschanlage und kürzlich entdecktem Untergeschoss. Besuch des kuriosen Museums, das ein unglaubliches Sammelsurium aus dem Inventar eines reichen Kolonialhauses der 30er Jahre präsentiert. Ausflug auf die halbe Höhe des Jabel Saber mit Blick auf die Stadt, die drittgrößte des Jemen. Besuch im großen Suq von Taiz und Übernachtung in einem zentralen Hotel der Stadt.
9. Tag | Taiz – Aden
Wir brechen morgens zur dreistündigen Fahrt nach Aden auf. Dort Rundfahrt durch die am Krater gelegenen alten Stadtteile Krater (Besuch der berühmten historischen Zisternen), Mualla und Al-Tawilah und kurzer Halt am Steamers Point, an dem zu britischen Kolonialzeiten die Passagiere der großen Dampfer abgefertigt wurden. Übernachtung in Aden.
10. Tag | Aden – Dhamar – Sana’a
Wir fahren auf der östlichen Route in etwa 6 Stunden durch den grünen Jemen und über Dhamar zurück nach Sana’a. Dhamar wurde 1982 durch ein Erdbeben schwer beschädigt. Ein schönes Altstadtviertel blieb erhalten und lädt zu einem Spaziergang ein. Dhamar ist ein zentraler Verkehrsknoten, von dem Strassen und Pisten in die verschiedenen Regionen des Landes führen. Übernachtung im Altstadthotel in Sana’a.
11. Tag | Sana’a – Manakha - Al-Hajjarah - Al-Hotaib – Sana’a
Am vorletzten Reisetag unternehmen wir einen Tagesausflug in die
südlich des Wadi Surdud gelegene Bergregion des Haraz. Nach 30 km
fahren wir am 3.660 m hohen Jebel Nabi Shuayb vorbei, dem höchsten Berg
des Landes. Eine serpentinenreiche, gut ausgebaute Strecke führt bis
nach Manakha.
Die Bergstadt liegt im Zentrum einer terrassierten
Kulturlandschaft des Haraz-Gebirges in 2.250 m Höhe. Ein Wanderweg (1
Stunde) führt von Manakha zum Wehrdorf Hajjarah, das durch ein einziges
Stadttor betreten werden kann. Hajjarah ist von spektakulären Bergen
eingerahmt, die dem Ort eine dramatische Kulisse verschaffen. Unterhalb
von Hajjarah liegt der ismaelitische Kultort Al-Hotaib, ein bedeutender
Wallfahrtsort der ismaelitischen Bohras, die ihre größte Anhängerschaft
in Indien haben. An jedem 16. Tag des ersten Monats im islamischen Jahr
kommen viele Pilger hierher. Am Abend Rückfahrt nach Sana’a und
Übernachtung im Altstadthotel.
12. Tag | Sana’a – Altstadt – Abreise
Am Abreisetag in Sana’a empfiehlt sich ein letzter Gang durch die
Altstadt. Im ältesten Suq Arabiens bietet sich die Gelegenheit zum
Erwerb landestypischer Mitbringsel wie Weihrauch und Myrrhe, es locken
eine unglaubliche Auswahl an Gewürzen und Schönheitsmitteln, Rosinen in
allen Größen und Varianten, alter Silber- und Korallenschmuck oder ein
Djambia genannter Krummdolch.
Transfer zum Flughafen.











































