Liebe Jemenfreunde,

Emblem der Nationalen Dialogkonferenz, die dem Jemen Frieden und Demokratie bringen soll

1.1.2013
Die Lage im Jemen ist derzeit instabil und in vielen Gegenden des Landes ausser staatlicher Kontrolle. Es gibt aber Hinweise, dass sich die Situation zum Besseren wendet. Hier einige Informationen zum derzeitigen Entwicklungsstand.

Im November 2011 trat nach monatelangen landesweiten Protesten gegen die 33-jaehrige Herrschaft von Ali Abdullah Saleh ein von den Golfstaaten entwickelter Uebergangsplan in Kraft. Ziel dieses Plans ist ein friedlicher Uebergang von einer autoritaer gefuehrten Regierung, unter welcher das Land verarmte und sich aufloeste, zu einem demokratischen Zivilstaat, welcher die Gegensaetze versoehnt und die Rohstoffe und Quellen der „Felix Arabia“ in den Dienst der Allgemeinheit stellt.

Fuer die Uebergangsphase sind mehrere geordnete Schritte innerhalb von 18 Monaten bis Mitte 2014 vorgesehen. Die internationale Gemeinschaft unterstuetzt diesen Plan mit Investitionsprogrammen zur Foerderung von Infrastruktur, Wirtschaft, Erziehung und Gesundheitswesen und der Androhung von Sanktionen gegen diejenigen, welche den Uebergang behindern.

Im Februar 2012 wurde eine Uebergangsregierung unter der Fuehrung von Praesident Abdrubbah Mansur Hadi gebildet, die im Land viel Vertrauen geniesst. Sie sah sich von Anfang an starken Gegnern gegenueber, welch die Staatsreform hintertreiben wollen. Neben den Gegnern im eigenen Land, die vom alten Regime am meisten profitiert haben, gibt es auch Kraefte im Nahen Osten, welche die Stabilitaet des Jemen unterminieren, weil sie dort einen Regionalkonflikt austragen oder aus strategischen Interessen den Jemen schwaechen wollen. Hinzu kommen die USA, die im Jemen einen weiteren Drohnenkrieg gegen alQaida eroeffnet haben und die Bevoelkerung mit ueber 50 Raketeneinsaetzen aus Drohnen seit Mitte 2011 in Angst und Schrecken versetzen.

Der Jemen befindet sich derzeit mitten im Uebergang in einer besonders schwierigen Phase. Der neuen Regierung ist es mit der massiven und anhaltenden aktiven Unterstuetzung der revolutionaeren Jugend und grosser Teile der Bevoelkerung gelungen, viele der Mitglieder des Clans und der Klientel des frueheren Regimes aus ihren Machtpositionen in Militaer und Regierung zu entfernen, eine druchgreifende Heeresreform auszuarbeiten und zu verabschieden, welche das Heer wieder in seiner Funktion als Schutz des Staates und nicht einer Familie instand setzen soll.

Im Sueden des Jemen, der von 1967 bis 1990 ein eigener sozialistischer Staat war, gibt es Bestrebungen, das Verhaeltnis zum Gesamtstaat neu zu regeln, sei es durch Abspaltung oder durch mehr Autonomie, Foederalismus und Neuverteilung. Im Norden ruesten die Houthis auf, um entweder Teile der Nordprovinzen militaerisch zu besetzen oder im Zuge des Uebergangs zu vereinnahmen und das 1962 gestuerzte feudale Imamat wieder einzusetzen.

Die Gegner aus den Reihen des alten Regimes behindern die Fortschritte mit einer ganzen Skala von terroristischen und kriminellen Aktionen wie Sabotage an den Oel- und Gaspipelines, an den Strommasten und den Telekommunikatiosglasfaserkabeln, sowie Ermordung von bisher ueber 70 hohen Sicherheitsoffizieren durch professionelle Killer, Entfuehrungen, inszenierten Aufruhr, Herstellung von Chaos und Unsicherheit.

Gleichzeitig gibt es massive Schritte vorwaerts: In wenigen Tagen wird nach langer sorgfaeltiger Vorbereitung die Nationale Dialogkonferenz beginnen, an der 656 Vertreter und Vertreterinnen der jemenitischen Bevoelkerung, teilnehmen, welche die ganze Spannbreite der Gesellschaft umfassen, und Quoten fuer Frauen, Jugend und Zivilgesellschaft vorsehen.

Diese Nationale Dialogkonferenz wird einen Konsens ueber die Zukunft des Landes auszuarbeiten versuchen. Sie will das Land zukunftsfaehig machen und unter dem Prinzip der Gerechtigkeit die Ressourcen neu und die Chancen gleich verteilen, einen Entwurf fuer eine neue Konstitution und ein neues Wahlrecht in die Wege leiten und schliesslich das Land fuer Praesidentschafts- und Parlamentswahlen im Laufe des Jahres 2014 fit machen.

Inzwischen wurden mit mehreren Geberlaendern Vertraege fuer Invesitionen in die Infrastruktur (Haefen, Flughaefen, Strassenentz, Wasserleitungen, Stromversorgung), sowie zur Erschliessung neuer Oel-, Gas- und Mineralienvorkommen und zur Verbesserung des Erziehungs-, Berufsbildungs- und Gesundheitssystems abgeschlossen.

Die Jemeniten durchleben diese Epoche, welche sie laengere Zeit der grundlegendsten staatlichen Dienstleistungen beraubt hat, es an vielem fehlt und in welcher die Arbeitslosigkeit und gleichzeitig die Preise stark gestiegen sind, mit bewundernswuerdiger Geduld, mit familiaerer Solidaritaet und Gottvertrauen.

Der Tourismus liegt vollstaendig darnieder und damit sind auch zahlreiche Arbeitsplaetze und Einkommensmoeglichkeiten verloren gegangen. http://yementimes.com/en/1636/report/1776/No-tourists-means-no-pay-day-for-Old-City-vendors.htm

Wir hoffen, 2014 wieder mit Rundreisen im Jemen beginnen zu koennen, werden dies aber erst tun, wenn die Sicherheit garantiert ist. Aber – falls Sie schon einmal mit ADENSafari gereist sind oder auf andere Weise im Jemen waren – das Land wird nicht mehr dasselbe sein wie frueher, nachdem es diesen umfassenden Wandel und diese schweren Zeiten durchlebt hat.


Der neue Jemen...

Der neue Jemen: Tawakkul Karman, Protagonistin der friedlichen Revolution und Friedensnobelpreistraegerin 2011.

der Jemen hat, wie Sie sicher den Medien entnommen haben, ein schwieriges und kritisches Jahr hinter sich. Seit Jaenner 2011 haben die Jemeniten und Jemenitinnen im Zuge des arabischen Fruehlings zornig, aber immer friedlich fuer Demokratie und gegen staatliche Gewalt und Raubbau am Volksvermoegen demonstriert und die gaengigen Klischeevorstellungen von bewaffneten Stammeskriegern ad absurdum gefuehrt. In zaehen, gewaltlosen, aber unnachgiebigen Demonstrationen haben die Jemeniten eine Aenderung der Verhaeltnisse erzwungen, eine neue Regierung wurde eingesetzt und bald werden Praesidentenwahlen stattfinden. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Aktivistin Tawakul Karman bedeutet eine symbolische weltweite Anerkennung der Friedensleistung der JemenitInnen.

Es scheint, der Jemen hat nun eine bessere Zukunft in Aussicht, nachdem in den vergangenen Monaten viele Menschen durch kuenstliche Verknappung von Wasser, Benzin, Strom, Gas, Diesel und eine Inflation der Lebensmittelpreise an den Rand der Existenz gebracht wurden. Dies alles wurde mit grosser Geduld ertragen, und noch sind viele Probleme zu bewaeltigen.

Seit Maerz 2011 gibt es aufgrund dieser Entwicklungen keinen Tourismus im Jemen. Dies hat zu einer Verschaerfung der Lage gefuehrt, weil viele Familien und Kleinbetriebe ihre Existenzgrundlage verloren haben. Nun tragen internationale Organisationen dazu bei, die Wirtschaft im Jemen wieder in Gang zu bringen und die Grundlagen fuer den Tourismus wiederherzustellen.
ADENSafari wird die Lage beobachten und die Touristenrouten kontinuierlich ueberpruefen. Sobald es die Lage erlaubt, werden wir Ihnen Reisen in den neuen, alten Jemen - neu in der Lebensform und alt in der Kultur und den ueberlieferten Kunst- und Architekturwerken und der tiefen Religiositaet - anbieten. Wenn Sie sich selbst ueber die jeweilige Lage im Jemen informieren wollen, empfehlen wir das Webportal www.yemenportal.net.

Wir freuen und auf ein (Wieder)Sehen in Sanaa
Alkhadher Alsharafi und Barbara Wally


Unsere neuen ADENSafari Themenreisen in den Jemen, Herbst/Winter 2010/2011

Wandern im Wadi Massilah: Hadramaut – fünf Tage Wandern, grosse Tour Südküste und grüner Jemen – Altstadt Sanaa; fakultativ Bergland um Sanaa

Sanaa – Flug nach Seyun – Wadi Dawan - Tarim – Wadi Massilah – Sharma – Bir Ali – Aden – Taiz – Sanaa.

Verlängerung: Manakha – Hoteib – Hajjarah – Burra - Kaukaban –
Shibam/K. –Sanaa

15 Tage , 18. September – 2. (5.) Oktober 2010, Euro 1.800.- p.P.*
Mit Verlängerung Bergjemen 19 Tage, Euro 2.280.- p.P.*


Tour B - Wandern in den Kaffeebergen – Schnorcheln im Roten Meer – Küstenebene – die alten Städte im Grünen Jemen - Altstadt Sanaa

Sanaa – Manakha/Harrazgebirge – Burra - Insel Kamaran - Tihama –
Al Chocha – Bab-al-Mandab – Aden – Taiz - Giblah, AlJanad, Ibb – Sanaa.

Verlängerung: Sanaa – Attawilah, Almachwit – Kaukaban, Shibam - Hajjah,
Kuhlan, Amran – Sanaa.

15 Tage ,23. Oktober – 7. (11.) November 2010, Euro 1900.-* (inkl. Aufschlag Kameran). Mit Verlängerung nördl. Bergland 19 Tage
Euro 2.380.-* (inkl. Aufschlag Kameran) Detailprogramm


Tour C - Schätze der Baukunst: Stadtensembles, Burgen,
Terrassenlandschaften, Lehmhochhäuser und –paläste, frühe Moscheen und Medresen


Sanaa und Umgebung – Bergstädte Thula, Kaukaban, Shibam K. - Seyun –
Tarim - Shibam H. - Wadi Dawan – Mukalla – Bir Ali – Aden – Taiz – AlJanad –
Jiblah - Ibb – Radaa – Sanaa

15 Tage, 13. - 27. November 2010, Euro 1800.-*


Tour D / Weihnachtstour – Naturinsel Soqotra – Wadis,
Oasen und Lehmpaläste im Hadramaut – Sanaa


Sanaa – 7 Tage Soqotra - Mukalla – Wadi Dawan – Hadramaut - Sanaa
und Umgebung

12 Tage, 22. Dezember 2010 - 5. Januar 2011, Euro 1800.-*


Tour E - Natur/Kultur halbe/halbe - Naturinsel Soqotra
und Kulturstätten im Hadramaut


4 Tage Soqotra, Meer und Berge - Mukalla – Wadi Dawan - Hadramaut – Sanaa
und Umgebung

12 Tage, 8. - 17. Februar 2011, Euro 1440.-*


*Im Preis inbegriffen:
Pauschal alle Leistungen ab und bis Sanaa Airport: Übernachtungen in Hotels und Funduqs, bzw. Einzelzelten; drei tägliche Mahlzeiten mit ortsüblichen Getränken, geg.falls Picknicks; Inlandsflüge nach und von Soqotra; alle Transfers und Fahrten zu den angegebenen Fahrzielen inkl. Fahrer, Fahrzeug, Benzin; deutschsprachige Reiseleitung (bei mehr als zwei Reisenden); Eintrittskarten in Museen.

*Nicht im Preis inbegriffen:
Anreise per Flugzeug (Kosten aus Mitteleuropa derzeit 450 – 600 Euro); Visagebühren (derzeit 60 USD); Reiseversicherung (dringend empfohlen); Trinkgelder für Fahrer und Reiseleitung (ca. 100 Euro p.P.); nicht ortsübliche Getränke.

*Buchungen: Kontakt: office@adensafari.com
ADENSafari ist ein jemenitisch-österreichischer Reiseveranstalter spezialisiert auf Themenreisen zum intensiven kennen lernen dieses alten Kulturlandes, das sich im Spannungsfeld zwischen Stammestraditionen und Bevölkerungswachstum, tiefer Religiosität und arabischer Identität, sowie Globalisierung und Digitalisierung rapide in die Zukunft entwickelt. 

Gerne stellen wir auf Anfrage individuelle Tourprogramme zu von Ihnen gewünschten Terminen zusammen.

Erforderliche Vorausplanungszeit: ca. 3 Monate.